Die Tongießerei

Zuerst werden in der „Modellstube“ die neuen Gegenstände entworfen. Alle Vasen, Schalen, Krüge usw. werden hier erst aufgezeichnet. Wenn feststeht, wie z.B. die Vase aussehen soll, wird ein Modell mit Gips auf einer Töpferscheibe gedreht.
Teller-Gipsformen

Danach kommt das Vasenmodell in die „Formengießerei“. Hier werden viele Gipsformen – da ja meistens hunderte oder tausende Vasen von der gleichen Form verkauft werden – hergestellt. Sie bestehen aus zwei Hälften, die mit Drahtstreifen zusammengehalten werden.

  Diese Gipsformen stehen in der eigentlichen Gießerei dicht nebeneinander in langen Reihen auf geheizten Rohren. Hier wird mit einem dicken Schlauch der graublaue Schlicker (flüssiger Ton) in die Formen gefüllt.

Es ist noch gar nicht so lange her, etwa 40 Jahre, da meinten Leute, unser Ton ließe sich nicht flüssig machen. Aber es geht. In der „Massenaufbereitung“ – die ein Stockwerk tiefer liegt – werden die Tone gemischt, gereinigt und mit Wasser und ein klein wenig Soda aufgeweicht. Mit einer Pumpe wird der Schlicker durch Rohre bis in die Gießerei gedrückt.

Auf diesem Bild dreht der Töpfer seinen Krug aber noch mit der Hand.

Zum Schluß wird bei der Handfertigung der Henkel angesetzt.

 


Fedrtige Rohlinge aus den Gipsformen, gerade entgratet
Wie gesagt, füllt der Gießer hier die trockenen Gipsformen damit. Ihr fragt euch jetzt sicher, wie man denn Blumen in eine Vase stellen kann, die voller Ton ist. Das lässt sich leicht erklären, der trockene Gips der Formen saugt nämlich das Wasser aus dem Schlicker heraus.
So entsteht ganz schnell an der Gipswand eine feste Schlickerhaut. Wenn nun diese Wand – sie wird Scherbenstärke genannt – dick genug ist, wird der restliche flüssige Schlicker aus der Mitte der Form herausgeschüttet. Jetzt ist die Vase hohl. Die Form mit ihren zwei Hälften wird danach auseinander genommen und die fertige Blumenvase wird noch glasiert und gebrannt.
Fertige Vasen, bereitgestellt zum Verpacken und verschicken.