Tongruben

Man gewann den Ton im Schachtbau.


Entnommen und coloriert aus: Heuser-Hildebrandt "Auf den Spuren des hist. Bergbaus im Kannebäckerland".

Eine runde Grube von etwa 1,20 m Durchmesser wurde senkrecht in die Tiefe getrieben.

Stieß man auf eine brauchbare Tonschicht, erweiterte man den Schacht glockenförmig bis zu einem Durchmesser von 4-5 m.

Diese Art der Tongewinnung war mühselig und unwirtschaftlich, da jeder Töpfer eine eigene „Kaul“ (ein anderer Ausdruck für Grube) anlegen musste.

Als diese alten Vorkommen nach 1800 ziemlich erschöpft waren, wanderte die Tongewinnung in den Westerwald hinein.


Tongrube Lantershofen im Vordergrund. Hinten sieht man die Tongrube "Rudolf" in Ringen. Links hinten im Bild der Ort Ringen. Das Bild wurde vor fast 50 Jahren aufgenommen.
Mit dem beginnendem Maschinen-Zeitalter als man durch Bagger größere Erdmassen abräumen konnte, ging man vom Schachtbau zum Tagebau über. Diese Tongruben kann man jetzt überall im unteren Westerwald sehen.

Der dort gegrabene Ton hat sich durch die Verwitterung des Feldspaltes aus dem Tonschiefergestein gebildet. Der so entstandene feine und feinste Schlamm wurde in Mulden abgesetzt.

Selbstverständlich gibt es da Unterschiede in der Farbe nach den Beimengungen und der chemischen Zusammensetzung. Je mehr eigentliche „Tonerde“ (Aluminiumoxid = Al2 O3) die Masse des Tones enthält, desto wertvoller ist er und um so höher liegt sein Schmelzpunkt. Hier findet ihr die Industrie für feuerfeste und säurebeständige Erzeugnisse ihren Rohstoff.