Töpferei

Franz Ton aus dem Kannebäckerland erzählt:

Außer den großen Fabriken gibt es kleinere Betriebe, in denen das sogenannte blaugraue Steinzeug noch nach alter Art von Hand hergestellt wird. Hier gibt es nur wenige Maschinen, welche die Arbeit erleichtern. Wenn wir solch einen Betrieb besuchen, fallen uns im Hof die mächtigen Stapel von Buchenscheiten auf, die zum Brennen der Tonwaren gebraucht werden.

Zunächst kommt man in den Tonkeller, in dem der Ton bereitet wird. Verschiedene Tonsorten werden gemischt und in einem eisernem Bottich von Messern zerschnitten und geknetet. Am unteren Ende dieser Knetmaschine ist seitlich eine runde Öffnung. Dort wird der Ton in Form einer langen Walze herausgedrückt. Man schneidet davon Stücke ab und schafft sie in die Wirkstube.

Dort sitzt der Töpfer, auch Wirker genannt, an einer Drehscheibe. Es ist bewundernswert, wie schnell und geschickt seine Hände sind. Er wirft ein Stück des aufbereiteten Tones genau in die Mitte der schnell laufende Scheibe, die früher mit den Füßen angetrieben wurde.
Heute erledigt diese Arbeit ein Elektromotor, was viel Kraft und Zeit spart. Mit den Daumen drückt der Töpfer eine Vertiefung in den Tonkloß, so dass er auseinandergeht.
Die Wand des Gefäßes ist zunächst sehr dick, sie wächst allmählich in die Höhe und wird dabei dünner.
Es sieht so spielend leicht aus, wenn der Töpfer den Ton zwischen den Zeigefingern der rechten und der linken Hand hochzieht. Und doch braucht der Töpferlehrling viele Jahre, bis er diese Kunst beherrscht.
Die Wände des Gefäßes müssen überall gleichmäßig dick sein. Dazu gehört sehr viel Fingerspitzengefühl.

Ist das Gefäß geformt, so werden die unebenen Stellen mit einem weichen Schwamm geglättet. Mit einem dünnen Draht schneidet man das fertige Stück von der Scheibe ab und stellt es zum Trocknen auf lange Bretter. Henkel und Griffe werden angesetzt, noch bevor das Gefäß ganz trocken ist.

Nun werden Verzierungen eingeritzt und farbige Glasuren aufgetragen, die nach dem Brennen erst so richtig aufleuchten. In einem großem Brennofen aus Feuerfesten Steinen werden die Tonwaren gebrannt. Sorgfältig setzt man sie aufeinander. Dann wird der Ofen zugemauert.

Auf der anderen Ofenseite liegen etwas tiefer die Feuerungen. Die Flammen züngeln durch Kanäle zu den Öffnungen im Boden des Brennofens, schlagen zwischen den eingesetzten Waren hindurch und ziehen durch mehrere Öffnungen in der Decke ab.

Ich hoffe, euch hat die Reise durch das Kannebäckerland gefallen.

Auf Wiedersehen, Euer Franz Ton!